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KONCEPT(kurze version)
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Wir sind von Dingen umgeben, die nicht von uns erschaffen wurden. Sachen die ein anderes Leben haben und deren Struktur nicht der unseren gleicht: Bäume, Blumen, Steine, Flüsse, Wolken... Für Jahrhunderte dienten sie uns als reine Objekte, Genussbringer, die uns ebenso Wissbegierde wie Ehrfurcht einflössten. In ihrer Gesamtheit bilden diese Elemente eine Einheit, der wir den Name Natur gegeben haben.
 
Diese Natur lernen wir jeden Tag aufs Neue kennen. Wir entdecken neue Arten, erforschen neue Moleküle und dechiffrieren neue Gene. Wir simulieren und antizipieren Mechanismen auf globaler Ebene, wir erweitern unser Verständnis vom Universum… Und obwohl wir noch nie soviel über die Natur wussten wie heute, waren wir ihr gleichzeitig nie so fremd. Wie ein Arzt, der alle Symptome seines Patienten kennt aber sich noch nicht mal an seinen Vornamen erinnert.
 
Vielleicht hat die Wissenschaft durch ihren Zwang alles zu Etikettieren, alles zu Klassifizieren und allem einen Namen zu geben das Leben denaturiert. Hat sie vielleicht in ihrem Starrsinn die Lebewesen ihrer Essenz beraubt? Ein Name, eine Gattung, eine Beschreibung, genügen sie um ein Individuum zu definieren?

Ist ein Baum einfach nur eine „Eiche“, eine „Buche“ oder eine „Tanne“? Genügt ein Blatt in einem Schaukasten um den Gesang des Geästes zu beschreiben dessen abertausende Blätter erschaudern während der Wind ihnen zuflüstert, dass er im Norden einen Orkan gezeugt hat?

 

 

 

Oder die Knospe, die sich im ersten Lichtstrahl des Frühlings badet und in voller Ekstase explosionsartig erblüht; und so einen ganzen Kontinent ergrünen lässt?

Etwas ein „Ei“ zu nennen, genügt dass um zwei Embryonen zu beschreiben? Genügt es zwei Personen zu definieren, die seit der Geburt aneinander gebunden sind?
 
Kann ein Wort die „Liebe“ beschreiben, die eine Pflanze empfindet während sie von den ersten Strahlen des Sonnenaufgangs gestreichelt wird? Oder die „Dankbarkeit“ einer Biene, die ihren Nektar genießt? Die „Aufopferung“ die ein Busch empfindet wenn ein Vogel ihm eine Beere entreißt, die gleichzeitig seine „Wiederauferstehung“ ankündigt?
 
Der reglose „Stein“, der unbemerkt am Wegrand liegt, erzählt er nicht auch die Geschichte eines Berges der aus dem Meer geboren wurde? Und, wird dieser Berg, mit der Unterstützung des Regens und des Windes, nicht im Laufe der Zeit seinen Weg zurück zu seinem Ursprung finden? Und wird er nicht etwas von seiner Substanz abgeben, um uns zu stärken? Wir sind dieser Berg, wir sind verbunden mit diesem Stein und diesem Baum, und dennoch wird jemand sagen, dass diese „Wesen“ nicht lebendig sind…

Meine Photographien erzählen ihre Geschichte: vergängliche Begegnungen mit einer unberührten und mysteriösen Natur auf den unerkundeten Pfaden unseres Planeten. Es geschah während dieser Wanderung – meine Sinne stimuliert von der ungewohnten Umgebung – dass ich von der Poesie der Formen verzaubert wurde.

 

 

Inspiriert von exotischen Kulturen, wie ein Kind in einem Spielzeugladen, begann ich zu Träumen. Ich begann zu inszenieren. Ein Stein wird zur mythischen Gestalt, Bäume zu majestätischen Tempeln, das kleinste Detail in einem Fels zu einem Gesicht. Ich vermische die Genres, mache aus einer Anzahl Blätter am Strand eine kleine Stadt.
 
Sind es Körner oder Eingeborene, die Sie dort erwarten? Eine Steinsäule wird zum Tempel und lädt ein, uns mitzuteilen und unsere Spiritualität wieder zu entdecken. Ich stelle mir Legionen kriegerischer Soldaten vor, einen Schutzwall, einen Exodus, eine befestigte Stadt, alles liegt mir zu Füssen, Äste, Blätter, Steine... Und dort ein Motiv. Ist es einfach nur das zufällige Werk eines Insekts oder vielleicht doch eine geheime Botschaft von einem kleine Wesen, das mit seines gleichen kommuniziert. Das Leben ist überall, es hat keine Grenzen. Die Natur umgibt uns mit ihren Skizzen und Zeichnungen. Jede Fotografie ist Zeuge. Vergesst, was ihr zu wissen glaubt. Lasst euch entführen in eine unbekannte Welt.
 
Die Fotografie ist eine Möglichkeit, einen neuen Einblick zu schaffen, diese Momente voll von Poesie mit meiner Umwelt zu teilen und dem Menschen die Chance zu geben, seine Verbindung mit der Natur und seinem wahren Selbst wieder zu entdecken.



Marc Dubois

 

BIOGRAFIE

Bildhauer, 1976 in der Auvergne geboren.
Lebt seit 1997 in Paris. Eine seiner großen Leidenschaften ist das Reisen. Nur mit seinem Rucksack und seiner Kamera bewaffnet, fern von den typischen Pauschalreisepfaden, taucht Marc in unbekannte Welten ein, um ihre geheimen Botschaften zu enträtseln. Der direkte Kontakt mit den Einwohnern und der Natur ist ein essentieller Bestandteil dieser Philosophie. Alle seine Fotos sind auf www.spiris.net/nature zu betrachten, seine Reisetagebücher auf www.spiris.net/travel.
 
   

 


 
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